Anselm Kiefer ist ein deutscher Maler und Bildhauer, der am 8. März 1945 geboren wurde. Er ist bekannt für seine großflächigen Kunstwerke, die sich mit deutscher Geschichte, Mythologie und Philosophie befassen. Seine Arbeiten enthalten oft Materialien wie Stroh, Blei, Asche und Ton, die seinen Werken eine einzigartige Struktur verleihen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über sein Leben, seine Kunstwerke und seine Bedeutung in der modernen Kunstwelt.
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Frühes Leben und Ausbildung
Anselm Kiefer wurde in Donaueschingen, Deutschland, geboren, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Er wuchs in einer Umgebung auf, die von den Zerstörungen des Krieges geprägt war. Sein Interesse an Kunst entwickelte sich früh, und er begann ein Studium an der Universität Freiburg, wo er zunächst Rechtswissenschaften und Romanistik studierte. Nach drei Semestern entschied er sich, seine Leidenschaft für die Kunst zu verfolgen und wechselte an die Kunstakademien in Freiburg und Karlsruhe. Dort lernte er unter anderem von Peter Dreher und Horst Antes.
Künstlerische Themen und Stil
Kiefers Kunst ist stark von der deutschen Geschichte beeinflusst, insbesondere von der NS-Zeit und dem Holocaust. Seine Werke reflektieren oft die Vergangenheit und setzen sich mit schwierigen, kontroversen Themen auseinander. Er nutzt Materialien wie Stroh, Blei, Asche, Ton und Holz, um Texturen und tiefere Bedeutungen in seinen Arbeiten zu schaffen.
Seine Werke beziehen sich oft auf Mythologie, Literatur und Philosophie. Zum Beispiel ist das Gemälde „Margarete“ inspiriert von Paul Celans Gedicht „Todesfuge“, das sich mit dem Holocaust auseinandersetzt. Kiefer integriert auch Konzepte aus der jüdischen Mystik (Kabbala), alten ägyptischen Legenden und sogar modernen wissenschaftlichen Theorien wie der Stringtheorie in seine Kunstwerke.
Wichtige Werke

Einige von Kiefers bekanntesten Werken sind:
- „Occupations“ (1969) – Eine Reihe von Fotografien, in denen Kiefer in Nazi-Uniform posierte, um die Vergangenheit Deutschlands zu hinterfragen.
- „Deutschlands Geistige Helden“ (1973) – Eine Darstellung wichtiger kultureller und historischer Persönlichkeiten.
- „Margarete“ (1981) – Ein Gemälde, das sich mit dem Holocaust auseinandersetzt.
- „Osiris und Isis“ (1985-87) – Ein Werk, das ägyptische Mythologie mit modernen Themen verbindet.
- „Die Schechina“ (2010) – Eine Reflexion über jüdische Mystik.
- „Morgenthau“ (2015) – Ein Werk über die wirtschaftliche Geschichte Deutschlands.
- „Superstrings, Runes, The Norns, Gordian Knot“ (2019) – Ein Kunstwerk, das Wissenschaft und Mythologie kombiniert.
Leben und Karriere nach 1992
Seit 1992 lebt und arbeitet Kiefer in Frankreich. Sein Atelier in Barjac wurde zu einem riesigen künstlerischen Komplex mit Skulpturen, Installationen und Werkstätten ausgebaut. Später zog er nach Paris, wo er weiterhin aktiv Kunstwerke schuf. Im Jahr 2018 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft.
Kiefer ist auch international anerkannt und wurde in vielen großen Museen weltweit ausgestellt. Seine Werke sind Teil von Sammlungen in Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York, der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris.
Aktuelle Ausstellungen (2025)

- „Anselm Kiefer: Early Works“ (Ashmolean Museum, Februar – Juni 2025) – Eine Ausstellung mit 45 frühen Werken Kiefers.
- „Sag mir, wo die Blumen sind“ (Van Gogh Museum & Stedelijk Museum, Amsterdam, ab März 2025) – Eine Kollaboration mit Werken von Kiefer und Vincent van Gogh.
- „Anselm Kiefer: Becoming the Ocean“ (Saint Louis Art Museum, Herbst 2025) – Die erste große US-Retrospektive seit über 20 Jahren.
Fazit
Anselm Kiefer ist eine Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst, die sich intensiv mit Geschichte, Erinnerung und Materialität auseinandersetzt. Seine Kunstwerke fordern den Betrachter heraus, über die Vergangenheit nachzudenken und tiefere Bedeutungsebenen zu entdecken. Mit seinen laufenden Ausstellungen im Jahr 2025 bleibt Kiefer ein relevanter und einflussreicher Künstler in der modernen Kunstwelt.